In der Welt der modernen Spiritualität verkörpern nur wenige Lehrer zeitlose Weisheit und lebendige Präsenz zugleich. Paramahamsa Sri Swami Vishwananda, der Begründer von Bhakti Marga, ist einer dieser seltenen Meister. Er hat sein Leben damit verbracht, Menschen dabei zu unterstützen, ihre innere Göttlichkeit durch Liebe, Hingabe und Selbstverwirklichung wiederzuentdecken. Wir hatten das Privileg, ihn zu einem persönlichen Interview zu treffen, in dem er offen über sein spirituelles Erwachen in der Kindheit, die Essenz des Atma Kriya Yoga und seine Vision für die Menschheit sprach.
Interviewer: Swamiji, könnten Sie uns sagen, wer Sie sind und welche Tradition Sie vertreten?
Paramahamsa Vishwananda: Ich bin einfach ein Diener des Göttlichen. Die Leute nennen mich Guru oder Lehrer, aber in Wirklichkeit bin ich hier, um jeden Menschen an seine eigene ewige Natur zu erinnern. Mein Weg wurzelt im Bhakti Yoga, dem Weg der Hingabe, und im Atma Kriya Yoga, einer Reihe von Praktiken, die das Bewusstsein der Seele wecken. Durch Bhakti Marga, die von mir gegründete Organisation, verbreiten wir diese Lehren weltweit, damit Menschen mit mehr Liebe und einer stärkeren Verbindung zu Gott leben können.
Interviewer: Sie hatten als Kind eine sehr tiefgreifende spirituelle Erfahrung. Können Sie uns davon erzählen?
Paramahamsa Vishwananda: Ja, als ich fünf Jahre alt war, aß ich giftige Samen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Als ich dort lag, sah ich einen strahlenden Mann vor meinem Zimmer. Er gab mir Süßigkeiten und Geld und zeigte mir dann ein großes Licht und sagte: „Das bist du.“ Später verstand ich, dass dieses Wesen niemand anderes als Mahavatar Babaji war, mein ewiger Sadguru. Diese Erfahrung prägte mein ganzes Leben und bereitete den Weg für die spätere Gründung von Bhakti Marga, durch die ich heute diese Erkenntnisse mit der Welt teile.

Interviewer: Sie sind viel gereist. Wie sehen Sie das spirituelle Potenzial der Menschen in verschiedenen Regionen, zum Beispiel auf dem Balkan?
Paramahamsa Vishwananda: Auf dem Balkan bemerkte ich ein tiefes spirituelles Potenzial. Viele Menschen entdecken die Weisheit der Veden und traditionellen Lehren neu. Bei Bhakti Marga Veranstaltungen, insbesondere während des Darshans, spürt man die Begeisterung und Offenheit der Menschen. Das zeigt, dass das Herz der Hingabe dort bereits lebendig ist und nur ein wenig Ermutigung braucht, um stärker zu werden.
Interviewer: In einem Ihrer Vorträge haben Sie Asche oder Vibhuti erwähnt. Welche Bedeutung hat das?
Paramahamsa Vishwananda: Asche ist ein sehr tiefgründiges Symbol. Sie sagt uns, dass alles, was geschaffen wird, eines Tages zu Staub wird. Sie erinnert uns an die Vergänglichkeit der materiellen Welt und die Ewigkeit der Seele, des Atma. Vibhuti ist mit Gott Shiva verbunden, der alles wieder in seine Essenz auflöst. Wenn man sich die Asche auf die Stirn streut, erinnert sie daran, dass man nicht der Körper, sondern die ewige Seele ist.
Interviewer: Könnten Sie erklären, was Atma Kriya Yoga ist und warum es wichtig ist?
Paramahamsa Vishwananda: Atma Kriya Yoga ist eine von Mahavatar Babaji vermittelte Praxis zur Erweckung der Seele. Sie umfasst Meditation, Pranayama und Chanting, doch im Kern geht es darum, alles als Opfergabe an Gott zu tun. Wenn wir mit Liebe und Hingabe handeln, ohne Selbstsucht, wird jede Handlung spirituell. Durch Bhakti Marga haben Tausende von Menschen Atma Kriya Yoga erlernt, und es hat ihr Leben verändert, indem es ihnen half, Gottes Gegenwart in sich zu erfahren.

Interviewer: Viele Menschen sind neugierig, wie verschiedene spirituelle Traditionen zusammenpassen. Wie sehen Sie das?
Paramahamsa Vishwananda: Alle Traditionen weisen auf dieselbe Wahrheit hin. Ob wir Gott, Allah, Krishna oder Christus sagen, wir sprechen von derselben ewigen Wirklichkeit. Problematisch wird es, wenn Menschen über Namen und Formen streiten. Wenn wir den Weg des anderen respektieren und die Liebe erkennen, die uns verbindet, wird Religion zu einer Brücke statt einer Mauer. Das ist einer der Werte, die wir bei Bhakti Marga hochhalten.
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Interviewer: Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der gerade seine spirituelle Reise beginnt?
Paramahamsa Vishwananda: Übernehmen Sie zunächst Verantwortung für Ihr eigenes Wachstum. Folgen Sie Ratschlägen nicht blind; lernen Sie, differenziert zu sein und wählen Sie einen wahren Lehrer. Ich ermutige Suchende, in Reinheit zu leben. Oft beginnt das mit einem vegetarischen oder veganen Lebensstil, da dieser mehr Leichtigkeit und Mitgefühl bringt. Stellen Sie Fragen, hinterfragen Sie Ihren Weg und seien Sie vor allem bereit, sich zu verändern. Bei Spiritualität geht es um Transformation, nicht um Bequemlichkeit. Genau hier bietet Bhakti Marga Orientierung und klare Methoden.
Interviewer: Viele Menschen haben das Wort „Darshan“ schon einmal gehört. Was passiert bei einem Darshan mit Ihnen wirklich?
Paramahamsa Vishwananda: Darshan bedeutet, das Göttliche zu sehen und vom Göttlichen gesehen zu werden. Wenn ich Darshan gebe, schaue ich in die Seele des Menschen vor mir. Durch Gottes Gnade können Hindernisse beseitigt werden, und der Mensch erhält genau das, was er für seine Reise braucht. Manchmal ist es Heilung, manchmal Klarheit, manchmal einfach die Kraft, weiterzumachen. Nicht ich bin es, der es tut, sondern Gott wirkt durch mich. Darshan ist ein Geschenk, das wir über Bhakti Marga an Suchende weltweit weitergeben.

Interviewer: Wie verstehen Sie die gegenwärtige Zeit, die oft Kali Yuga genannt wird?
Paramahamsa Vishwananda: Oft wird angenommen, dass die Yugas nacheinander kommen, doch tatsächlich sind alle vier gleichzeitig als Bewusstseinsebenen vorhanden. Im Kali Yuga herrscht viel Verwirrung und Ablenkung, aber das bedeutet nicht, dass Menschen sich nicht spirituell weiterentwickeln können. Wenn man sich für die Liebe entscheidet, anderen dient und den göttlichen Namen chantet, erhebt man sich über die Dunkelheit des Zeitalters. Bhakti Marga hilft Menschen dabei, diesen Wandel zu vollziehen.
Interviewer: Welche Botschaft möchten Sie unseren Lesern und Zuschauern abschließend mit auf den Weg geben?
Paramahamsa Vishwananda: Das Wichtigste ist, man selbst zu sein. Lebe nicht in Angst vor der Meinung anderer. Manche werden dich akzeptieren, manche nicht – so ist das Leben. Wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben und eine eigene Beziehung zu Gott aufzubauen. Niemand kann das für dich tun. Wenn du authentisch lebst und aufrichtig liebst, beschreitest du bereits den spirituellen Weg. Genau diese Authentizität möchten wir bei Bhakti Marga in jedem Menschen fördern.
Schlussbemerkung
Ein Gespräch mit Paramahamsa Sri Swami Vishwananda ist wie ein Spiegel, der das Licht der Seele reflektiert. Seine Worte sind schlicht und doch erwecken sie etwas Tiefes im Inneren. Durch Bhakti Marga führt er weiterhin Suchende aus aller Welt und erinnert sie daran, dass es bei Spiritualität nicht darum geht, dem Leben zu entfliehen, sondern es in vollen Zügen zu leben, mit Liebe und Hingabe.
